Kurz gesagt: Es gibt kein Unternehmensprofil in ChatGPT, das Sie pflegen könnten. Was die KI über Ihr Unternehmen sagt, entsteht aus Ihren eigenen Seiten und aus fremden Quellen. Prüfen lässt sich das trotzdem – schriftlich, datiert und wiederholbar. Hier sind sechs Schritte.

Die wichtigste Unterscheidung: Sie steuern nicht die Antwort. Sie steuern die Quelle, aus der die Antwort entsteht.

Schritt 1 · Fragen wie ein Kunde, nicht wie ein Inhaber

Der häufigste Fehler ist, den eigenen Firmennamen einzugeben. So fragt kein Neukunde. Stellen Sie die Frage, die ein Interessent wirklich stellt – mit Leistung, Branche und Region, aber ohne Ihren Namen. Zum Beispiel: „Wer bietet in Nordrhein-Westfalen Wartung für Industriepumpen an?“

Notieren Sie: Datum, Uhrzeit, genaue Frage, genannte Anbieter, genannte Quellenlinks. Ohne diese Notiz haben Sie beim nächsten Test keinen Vergleich. Mehr zu den Ursachen, wenn Sie dabei nicht vorkommen: ChatGPT nennt keinen Dienstleister – sechs Ursachen.

Schritt 2 · Den Firmennamen abfragen und die Antwort wörtlich sichern

Jetzt erst der Name. Hier geht es nicht um Ranking, sondern um Richtigkeit. Prüfen Sie Punkt für Punkt: Firmierung, Leistungen, Standorte, Ansprechpartner, Preise, Stand der Angaben.

Kopieren Sie die Antwort in ein Dokument mit Datum. Antworten ändern sich; ein Screenshot oder eine Kopie ist Ihr einziger Nachweis, dass eine Angabe zu einem bestimmten Zeitpunkt falsch war. Wenn dabei veraltete Produktdaten auftauchen, hilft diese Übersicht der fünf typischen Ursachen.

Schritt 3 · Prüfen, ob die KI-Suche Ihre Seite überhaupt lesen darf

OpenAI dokumentiert drei relevante Crawler und ihren Zweck:

  • OAI-SearchBot – zuständig für die Suche in ChatGPT. Laut OpenAI erscheinen gesperrte Seiten nicht in den Suchantworten von ChatGPT.
  • GPTBot – crawlt Inhalte, die für das Training generativer Modelle verwendet werden können.
  • ChatGPT-User – nutzerausgelöste Abrufe. Dieser Crawler entscheidet laut OpenAI nicht über die Sichtbarkeit in der Suche.

Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt im Browser auf und suchen Sie nach diesen drei Namen. Steht dort ein Disallow: / für OAI-SearchBot, ist die Frage nach der Sichtbarkeit beantwortet. Die Einstellungen sind laut OpenAI unabhängig voneinander: Sie können die Suche erlauben und das Training sperren. Nach einer Änderung nennt OpenAI für die Suchergebnisse etwa 24 Stunden Vorlauf.

Wichtig und oft missverstanden: Eine Sperre wirkt nach vorn. Inhalte, die bereits in einem Modelltraining stecken, verschwinden dadurch nicht rückwirkend.

Schritt 4 · Nachsehen, welche Quellen die Antwort nennt

Wenn ChatGPT Quellen anzeigt, lesen Sie sie. Häufig sind das nicht Ihre eigenen Seiten, sondern Verzeichnisse, Presseartikel, Portale oder Bewertungsseiten. Genau dort entsteht dann das Bild Ihres Unternehmens.

Legen Sie eine kurze Liste an: Quelle, was dort steht, ob es stimmt, wer sie ändern kann. Das ist die Arbeitsliste für Schritt 6.

Schritt 5 · Die eigenen Daten gegenprüfen – auch bei Google

Google hat im Juni 2026 im Search Central Blog Leistungsberichte zu generativen KI-Funktionen der Suche angekündigt. Wer die Google Search Console für seine Domain eingerichtet hat, findet im Leistungsbericht inzwischen einen entsprechenden Hinweis samt Bericht. Das ist kein ChatGPT-Wert, aber die einzige Stelle, an der Sie eigene Zahlen zur KI-Suche sehen statt Vermutungen.

Ergänzend lohnt der Blick in Ihre Server- oder Hosting-Protokolle: Taucht dort OAI-SearchBot oder GPTBot auf, wird Ihre Seite gelesen. Taucht nichts auf, ist das ebenfalls ein Befund.

Schritt 6 · An der Quelle korrigieren, nicht an der Antwort

  1. Eigene Seiten zuerst. Eine Seite je Leistung, klare Bezeichnungen, aktuelle Angaben, sichtbares Änderungsdatum. Was auf der eigenen Seite fehlt, kann keine KI zitieren.
  2. Fremde Quellen danach. Verzeichnisse und Profile mit veralteten Angaben melden oder aktualisieren.
  3. Strukturierte Daten setzen. Organisation, Leistungen und häufige Fragen maschinenlesbar auszeichnen.
  4. Nach vier Wochen denselben Test wiederholen. Gleiche Fragen, gleiche Notizform. Erst der Vergleich zeigt, ob sich etwas bewegt hat.

Den vollständigen Aufbau als Strategie statt als Einzeltest beschreibe ich in GEO-Strategie 2026 aufbauen. Warum diese Arbeit dringender wird, zeigt die ECC-Studie zu autonomen Einkaufsagenten im B2B: Wenn Software nach objektiven Kriterien einkauft, entscheidet die Datenlage, nicht der Eindruck.

Was dieser Test leistet und was nicht

Er leistet: einen dokumentierten Stand, eine Liste falscher Angaben mit Quelle und eine Grundlage für den Vergleich in vier Wochen.

Er leistet nicht: eine Garantie auf Nennung. Antworten unterscheiden sich je Nutzer, Verlauf, Formulierung und Zeitpunkt. Wer Ihnen eine feste Position in KI-Antworten verspricht, verspricht etwas, das sich nicht belegen lässt. Das ist meine Einschätzung aus der Praxis, keine Messung.

Fazit

Sie können nicht steuern, was ChatGPT antwortet. Sie können prüfen, worauf die Antwort beruht – und das in Ordnung bringen. Sechs Schritte, einmal im Quartal, schriftlich. Mehr braucht es am Anfang nicht.

Wann haben Sie zuletzt nachgesehen, was über Ihr Unternehmen gesagt wird?

Quellen: OpenAI, Entwicklerdokumentation „Bots“ zu OAI-SearchBot, GPTBot und ChatGPT-User, einschließlich der Hinweise zu robots.txt und zur Wirkungsdauer von etwa 24 Stunden (developers.openai.com/docs/bots); Google Search Central Blog, „Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console“, Juni 2026 (Beitrag). Am 27. Oktober 2026 gegen die Quellen geprüft. Die Reihenfolge der sechs Schritte und die Einordnung sind meine eigene Einschätzung, keine Erhebung.

Mehr zu meiner Arbeitsweise finden Sie auf der Seite über mich. Wie L.Ø.Ø.P dabei arbeitet, steht im Systemüberblick.